Und noch mehr Erlebnisse

Veröffentlicht auf von yerushalayimshelzahav

Im Moment arbeite ich an meinem Referat im biblischen Bereich. Thema ist „Keine Posaunen von Jericho?“ – es geht um eine Verhältnisbestimmung von Archäologie und Exegese, denn die legendären Posaunen in Josua 6 können Jericho gar nicht zerstört haben, weil zu der Zeit niemand in Jericho wohnte und es schon mal gar keine Mauer gab. Damit zusammenhängend werde ich auch die Ortsführung auf unserer Exkursion nach Jericho übernehmen.

Wir haben mittlerweile auch Ivrit-Unterricht – sehr lebendig gestaltet und gut. Aber mit 25 Leuten auf 25qm zu lernen, ist „gewöhnungsbedürftig“. Nach 4 Probeeinheiten kann man sich entscheiden, ob man Arabisch und/oder Ivrit weiter lernen möchte, dann werden es weniger.

Die Sonntagskomplet in der Abtei ist die römische – da kommen fast schon „Heimatgefühle“ auf, wenn man das Stundengebet zuerst über das römische Stundenbuch kennengelernt hat.

Letzte Woche haben wir abends zu dritt vor der Komplet im Klausurgarten der Mönche Rosenkranz gebetet.

 

Ich habe einige Erfahrungen gemacht, die Israel als Israel zeigen – ein Mittelmeerstaat, wie man es kennt:

Die letztens (mit Verspätung) eingeweihte Straßenbahn fuhr bis gestern kostenlos – man hatte es vorher nicht geschafft, die Fahrkartenautomaten in Betrieb zu nehmen.

Gestern fuhren wir nach Emmaus-Kubeibe zur Messe. Das ist der Ort, wo ich mein Sozialpraktikum machen werde. Auf der Hinfahrt versperrte erst ein Berg aus Soldatengepäck den Weg und dann fuhr uns jemand hinten (einmal angetitscht) drauf – aber das machte nichts, wir fuhren einfach weiter.

Im Wanderladen, den wir aufsuchten, um uns auszustatten, gab es keine Umkleidekabinen. Also stellten wir uns zu dritt hinter zwei zusammengestellte Kleiderständer – es geht auch ohne die strikte Ordnung von uns Deutschen.

Als wir gestern in Emmaus waren, habe ich mich nochmal gefreut, dass ich dort das Praktikum machen darf – ein wunderschönes Areal mit tollen Ausblicken.

Die Messe feierten wir im Freien an einem festen Steinaltar. Sie war von den Mitarbeitern vorbereitet – das Pater Noster und das Agnus Dei wurden (da auch polnische Schwestern anwesend waren) auf Englisch gesprochen. Ich kann es nicht. Warum spricht man es dann nicht auf der kirchenverbindenden Sprache Latein?

In der Messe wurde noch eine Volontärin, die ich auch hier in Jerusalem kennengelernt habe und die in Bonn studiert. Das Essen nach der Messe auf dem Hof war schön. Wie gut, dass ich da noch öfters hin kann.

Mir sind nochmal die Zustände im Westjordanland aufgefallen: Unfertige Häuser, Müll, und die Straßen: Keine Randbefestigung, keine Fahrbahnmarkierung, Schlaglöcher noch und nöcher. Ein Erlebnis war auf der Rückfahrt auch die Fahrt durch die engen Straßen der Altstadt und um die Ecke durchs Zionstor.

Da man immer bis zum Tor in der Mauer muss, muss man aber stets einen großen Umweg machen.

 

Mir wurde gesagt, ich würde hier ja auch im "katholischen Ghetto" leben, da ich ja so viel mit drei anderen Katholiken zu tun hätte. An der Tatsache, dass ich mich mit denen gut verstehe, ist nichts auszusetzen. Aber es ist nicht absichtlich, ich achte ja nicht auf die Konfessionen. Es ergibt sich nur, dass man mit gleichgesinnten Leuten sich am besten austauschen kann.

 

Ein Rätsel zum Schluss: Wie spricht ein Chinese „Johannes der Täufer“ aus?...

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