Ein einfacher Eintrag am Nachmittag

Veröffentlicht auf von yerushalayimshelzahav

Im Moment haben wir bei Rabbiner Bollag (gebürtig aus Basel, lebt hier) eine Vorlesung zur Einfürhung ind die jüdischen Fest e und das jüdische Gebet. Abgesehen davon, dass das sehr interessant und wichtig ist, macht mir das nochmal klar, welch ein einzigartiges Studienprogramm wir hier haben. Wo sonst bekommt man wissenschaftlich Einführungen in Islam (bei P. Körner) und Judentum? Es ist wirklich interrelifiös und horizonterweiternd hier.

Interessant: Auch in der jüdischen Liturgie spielt der Psalter eine große Rolle, wie auch in der katholischen Liturgie (auch wenn er in den Hintergrund gerückt ist). Die Tatsache, dass die Juden Psalmen beten, ist nicht sonderlich überraschend, aber die klare Verwandtschaft zu sehen mit der christlichen Liturgie ist aufschlussreich gewesen.

 

Neulich sprach mich ein ultraorthodoxer Jude an und erbat Geld von mir für das Essen seiner Familie. Dazu muss man sagen, dass die Ultraorthodoxen aus religiösen Gründen (Reinheit etc.) keiner Arbeit nachgehen (können) und viele Kinder bekommen. Der Staat Israel subventioniert sie stark (die momentanen Sozialproteste richten sich dagegen, dass die Siedler im Westjordanland und die Ultraorthodoxen so stark aus Steuergeldern unterstützt werden).

Ich habe auch beobachtet, dass sie immer versuchen, per Anhalter mitzufahren, aber nie ein Taxi nehmen.

Das Wochenende in Israel beginnt freitags und endet samstags. Die Schabbatruhe wird eingehalten wie bei uns höchstens die Ruhe an Karfreitag. Unser Programm richtet sich aber nach der christlichen Woche.

Der Schabbat wird durch Sirenen eingeläutet. Außerdem hört man hier natürlich immer den Muezzin rufen und Kirchenglocken.

Gestern Abend feierten wir mal wieder einen Geburtstag und den Abschied von Prof. Küchler. Feiern können wir gut!

Was mir immer mehr auffällt: Aus den Gebieten im Süden und südlich der Republik wird hier das Verb „haben“ immer stärker gemacht. „Es hat noch Cola im Kühlschrank.“ Etc., wo der Rheinländer (und auch der Hochdeutsche?) „Es gibt“ sagen würde. Nur eine kleine sprachliche Beobachtung am Rande.

 

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