Allein zu Haus in Jerusalem
Die Sinai-Exkursion (6 Tage Wanderung im Hochgebirge, dann Jeep-Tour zum Katharinenkloster etc.) hat begonnen. Nein, ich schreibe nicht aus der Wüste, sondern bin aus gesundheitlichen Gründen in Jerusalem geblieben (keine Sorge, es geht mir gut, aber es hat schon seine Richtigkeit, dass ich jetzt hier bin).
Damit ich nicht so alleine bin, haben die Mönche mich heute Mittag schon zum Essen eingeladen (speisen im Refektorium!) und mir auch einen kleinen Altar geschenkt. Und die Volontäre haben mich auch schon zum Spieleabend eingeladen. Hier sind alle sehr lieb. Ich werde die Zeit nun nutzen, um mir einige Sachen in der Altstadt genauer anzuschauen (und zu fotografieren), Referate zu machen, regelmäßiger an den Tagzeitengebeten der Mönche teilzunehmen und Messen in verschiedenen Kirchen zu besuchen. Ich hatte vor, nach Emmaus-Qubeibe zu meinem Sozialprojektsort zu fahren und dort zu arbeiten, aber es gibt leider kein Zimmer für mich. Vielleicht werde ich auch zwei Tage nach Abu Gosh zu den dort lebenden Benediktinern fahren. Man wird’s sehen.
Als ich heute aus Deutschland gefragt wurde, wie es hier in Jerusalem ist, fielen mir folgende Punkte ein, die ich als Zusammenfassung nach vier Wochen Aufenthalt ansehe:
1. Spannend – man sieht so viele Sachen, die man sonst nur von Bildern oder vom Hören kennt.
2. Heiß – Wolken sind die Ausnahme, in der Regel sind es 30 Grad.
3. Laut – die Altstadt, besonders der arabische Teil mit seinen Suqs (lange, enge, Einkaufspassagen) bietet bei den ersten Erkundungen „alle Gerüche des Orients“, danach aber vor allem viel Betrieb.
5. Ernüchternd – viele Stätten der Verehrung haben kaum Anspruch auf historische Authentizität.
6. „den Horizont weitend“, wie es so schön heißt – Sowohl interkonfessionell als auch interreligiös als auch interkulturell erlebt man hier so viel Neues, dass es eine Herausforderung darstellt.
Insgesamt: Aufregend und bereichernd!
Aber langsam kehrt Alltag ein und die Sachen verlieren ihre einzigartige Aura und man denkt auch wieder an das schöne Rheinland (Düsseldorf und Bonn).