Besuch aus Deutschland

Veröffentlicht auf von yerushalayimshelzahav

Am Dienstag letzter Woche bot Prof. Mark Sheridan OSB, ein Mönch der Abtei, bei einem Vortrag der Görres-Gesellschaft spannende Einblicke in die Schriftauslegung der Kirchenväter, die noch keine historisch-kritische Forschung kannten. Mittwochs hatten wir einen anderen Pater, der Ikonenschreiber ist, zu einem Vortrag über Ikonen eingeladen und erfuhren dort viel über Geschichte, Maltechnik, Spiritualität von Ikonen und ihr Comeback in jüngerer Zeit.

Der Pater, der uns in die Ostkirchen einführt, ist Mitglied einer Dialogkommission mit den Ostkirchen und kann uns Lebhaftes von der persönlichen Seite vieler hochrangiger Kommissionsmitglieder erzählen.

In der letzten Woche war Prof. em. Hoppe, bis Juli Professor für Neues Testament in Bonn, in Jerusalem. Mittwochs kam er auf Einladung der Studiendekanin zum Mittagessen, donnerstags ging er mit mir und meinem Kommilitonen, der auch mal in Bonn studiert hat, abends essen. Auf dem Rückweg kamen wir in ein Mittelalterspektakel im christlichen Viertel hinein: An verschiedenen Punkten spielten Barden und Schauspieler, jonglierten Artisten mit Feuer, rannten Krieger die Stadtmauer herauf, hingen Schädel und ähnliche Gegenstände in einer verliesartigen Gasse...

Das Wochenende verbrachte ich in Emmaus. Auf der Hinfahrt hielt ich das erste Mal einen schon abgefahrenen Bus an (ganz normal hier). Das Wochenende war wirklich schön, bereichernd und erfüllend. Mit P. Elias OSB von der Abtei und einer Schwester vom Paulushaus, einer katholischen deutschsprachigen Pilgerherberge, fuhr ich zurück. Ich bekam eine Hausführung (sehr schön, mit Kaiserzimmer und original Stühlen von damals), während P. Elias einen Studienkollegen traf und seiner Pilgergruppe aus Bensheim Rede und Antwort stand.

Der Advent hat angefangen: Ohne Weihnachtsmarkt, ohne „deutsche“ Kälte, sondern mit Sonne. Aber mit selbstgemachtem Glühwein und Plätzchen, Adventskalendern, Wichteln und Adventsliedern schaffen wir uns ein bisschen Adventsstimmung.

Am Dienstag ging es nach Samaria – wer kennt nicht das Gleichnis vom barmherzigen Samariter? Nach dem babylonischen Exil spalteten sich die, die im Land geblieben waren, von den Rückkehrern ab und bauten ihren eigenen Tempel auf dem Garizim. Hier wird sowohl die Bindung Isaaks (Gen 22) als auch der Heilige Gral als auch die Wohnung Gottes lokalisiert. Um 0 waren es 1 Million Samaritaner, um 1900 150, heute etwa 700. Wir besichtigten die Ruinen von Sichem (z.B. Jos 24) und in Sebaste sahen wir Gefängnis und Enthauptungsstelle von Johannes dem Täufer. Wieder einmal beeindruckten uns die Einheimischen mit ihren Kommunikationswegen: Ein Souvenirladenbesitzer gab uns Kaffee aus, weil er unseren Guide kannte. Und zum Schluss kam der zweite Bürgermeister mit Sicherheitsleuten und einer frischgemachten typischen Süßigkeit, die aus Käse, Salz, Zucker und Nüssen besteht und begrüßte uns.

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