„An Euch erging ein Ruf ins Heilige Land zu gehen, Ihr habt ihn gehört und seid ihm gefolgt“
Diese Worte richtete Abt Gregory an uns Studenten in seinem Grußwort nach dem Abschlussgottesdienst, unsere Seniora sagte „Mehr als Danke kann man nicht sagen.“ Aber davon mehr später. Mir ist es zum ersten Mal passiert, dass ich einige Fotos keinem Ausflug und keinem Ort mehr zuordnen kann... Als letzten Vortrag hörten wir einen Soldaten, der während seines Wehrdienstes im Westjordanland eingesetzt war und von aus militärischen Erwägungen teilweise mit Vorsatz und System eingesetzter Demütigung, Terrorisierung und physischen Gewalt an einzelnen Palästinensern erzählte. Eine merkwürdige Begegnung hatten wir mit einem fliegenden Händler, der uns „echtes“ Parfum und Ketten aus „echtem Silber“ anbot. Zuerst wollte er für eine Kette (vollkommen nutzlos) 14 Euro haben, zum Schluss für beide zusammen 4 Euro – aber es ist echtes Silber! Am Donnerstag, unserem ersten freien Tag, fuhr ich erst mit einem Freund nach Kiryat Yearim. Der Ort liegt oberhalb von Abu Ghosh, dort soll die Bundeslade Israels für einige Zeit gelagert worden sein. Wir hatten uns dort mit einem französischen Studenten, den ich am Sontag in Abu Ghosh kennengelernt hatte, verabredet und schauten uns die Kirche an. Markant ist ein Turm, auf dem eine riesige Madonna auf der Bundeslade steht. Das Jesuskind in ihrem Arm zeigt eine Hostie sowie das Evangelium. In Abu Ghosh wurden wir wie immer freundlich begrüßt und aufgenommen. Zufällig kam eine Gruppe Seminaristen aus Augsburg zur selben Zeit ins Kloster zu Besuch, dabei lernten wir Bischof Zdarsa kennen, der auch das Studienjahr kennt. In der Messe fühlte ich, als ich die Augen schloss, wie sehr die Gregorianik dazu geeignet ist, die Seele zum Himmel zu erheben. Recht spontan wurden wir auch noch zum Mittagessen eingeladen. Nachmittags veranstalteten wir Studenten ein Kaffeetrinken für alle Mitarbeiter der Abtei, die uns in den vergangenen Monaten so viel Gutes getan haben. Der Abschlusswortgottesdienst begann am späten Freitag Nachmittag in der Kirche, die Studenten und Mönche zogen sowohl feierlich ein als auch aus, gekommen waren viele Bekannte und Verbundene des Studienjahres. Zunächst gab es dann einen Empfang, nach der Komplet ging es im Hörsaal weiter, dabei gab es Darbietungen von Studenten, Professoren, Volontären, Fotoshows u.v.m.. Die Nacht nutzten wir auch noch zum Besuch der Grabeskirche und zur Beobachtung des Sonnenaufgangs über dem Ölberg. Jetzt beginnen die Feierlichkeiten zur Karwoche (passend zu Ort und Zeit hier in Jerusalem).