Studienjahr
Ich habe noch ein paar Informationen und Eindrücke vom Studienjahr aus erster Hand:
Das Konzept des Studienjahres wurde in den Jahren nach 1967 von P. Laurentius Klein OSB (nach ihm ist seit anderthalb Jahren auch der Lehrstuhl, den der/die jeweilige Studiendekan/in innehat, benannt) entwickelt. Er wollte, auch um wieder Leben in die geplagte Abtei zu bringen und diesen Ort zu profilieren, junge Menschen hierhin holen, die hier mitlebten und studierten (heute ist es studieren und mitleben). 1973 kam das erste Studienjahr, vier Jahre später wurde es ökumenisch und dann auch für Frauen geöffnet.
Seitdem kommen jedes Jahr ca. 20 Theologiestudenten aus dem deutschsprachigen Raum hierher, um intensiv zu studieren und das Land kennenzulernen. Die Säulen heißen „Theologie“, „Gemeinschaft“, „Ökumene“. Für mich gehört hier auch noch die geistliche Seite, gerade in der Abtei, zu.
Die Leitung besteht aus dem Studiendekan sowie zwei Assistenten (ehemalige Studienjahrler), die für die praktische Durchführung der Veranstaltungen (Vorlesung, Exkursion einmal pro Woche, Vortragsabend) verantwortlich sind. Mit allen dreien sind wir per Du.
Die Vorlesungen finden im Hörsaal im Erdgeschoss statt - mit Schluppen in die Uni...
Los geht es immer um 8.30,mit einer größeren Pause zwischendurch (wie in der Schule ;) ). Um 12.15 Uhr können wir ins Mittagsgebet der Brüder gehen, dann gibt es um 12.35 Uhr Essen. Um 14.30 Uhr geht es weiter.
Alles in allem ist es ein straffes Programm, was sich manchmal auf Exkursionen wie eine Klassenfahrt anfühlt (nicht vom Inhalt, eher von der Struktur her). Die Studienleitung ist aber bemüht und augenscheinlich erfolgreich darin, den Druck so gut es geht von uns zu nehmen.
Jeder Student hat einen Dienst, den er über die 8 Monate ausführt; ich bin für die Putzmittel zuständig.
Des Weiteren können auch Studenten Angebote initiieren: Andachten, Tanzkurs, Schriftkreis...
Unsere Gruppe besteht aus insgesamt 21 Leuten. 11 Frauen und 13 Protestanten sind es, der entsprechende Rest ist männlich bzw. katholisch. Außerdem haben wir bis Dezember vier Gasthörer da: Einen Gemeindereferenten aus Krefeld sowie ein evangelischer Pfarrer mit seiner Frau aus der Nähe von Kaiserslautern. Auf den letzten warten wir noch.
Die Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen, mit Tisch- und Dankgebet. Dazu gibt es Wasser und kalten Minztee (kaltes Wasser mit einem eingelegten Minzblatt). Die Gerichte sind nicht einheimisch, sondern orientieren sich stark an deutschem Essen.
Die Professoren wohnen auch hier für die Zeit ihrer Vorlesungen und nehmen an den Mahlzeiten teil.