Was bislang geschah...
Vielleicht sollte ich noch etwas zur Vorgeschichte dieses Abenteuers erzählen:
Zu Beginn des Studiums machte Prof. Fabry (Professor für Einleitung ins Alte Testament) Werbung für dieses Studienjahr. Es klang großartig und verlockend, allerdings nahm ich bald Abstand davon, da es mir aussichtlos erschien, in den 20er-Zirkel von deutschsprachigen Theologiestudenten vorstoßen zu können. Erst Anfang meines zweiten Studienjahres wurde ich durch Mitarbeiter im AT-Büro (Danke Barbarona fü die Ermutigung! J ), in dem ich zwischenzeitlich angefangen hatte zu arbeiten, dazu ermutigt, mich trotzdem zu bewerben. Als studentische Hilfskraft in einem Büro der biblischen Wissenschaften war ich ja auch wie gemacht dafür. Außerdem ließ die Vorstellung, auf dem Berg Zion zu wohnen (ich bereitete in der Zeit auch ein Referat über die Völkerwallfahrt zum Zion, Jesaja 66, vor) eine Gänsehaut über den Rücken laufen.
Die Begeisterung kam wieder, und mit Eifer machte ich mich an die Bewerbung und wurde auch zur Auswahltagung Anfang Mai (beim DAAD in Bad Godesberg, wie praktisch für einen Bonner Studenten) eingeladen. Da dort aber Grundlagenwissen nicht nur in den genuin theologischen Fächern Altes und Neues Testament, sondern auch in Islamwissenschaften, Judaistik, Ostkirchen und der heutigen Situation im Nahen Osten verlangt wurden, war vorher in den Semesterferien harte Arbeit angesagt...
Zwischendurch stellte ich mir immer wieder die Frage, ob das Studienjahr denn die richtige Option sei, ob ich in Bonn mit der Anrechnung auch keine Probleme bekäme, ob ein Jahr in Rom an einer „richtigen“ Universität nicht besser sei... Aber nach all der Lernerei und der investierten Zeit war dann für mich klar, dass dies nicht umsonst gewesen sein durfte. So bekam ich dann Mitte Mai den Bescheid, dass ich angenommen bin- unheimlich...
So begann der Organisations-Kram: Visum beantragen, Zimmer kündigen, Flug buchen etc.
Auch der erste Besuch kündigte sich an – über jeden, der immer schon nach Jerusalem wollte und dies für eine günstige Gelegenheit hält, diesen Plan oder Traum zu verwirklichen, freue ich mich, auch wenn ich da studiere und deshalb zeitlich eingespannt bin.
Zum Schluss musste ich verschiedene Professoren aufsuchen, um die Frage der Anrechnung von Veranstaltungen in Jerusalem zu besprechen. Dies war erfreulich unkompliziert, an diese Stelle gehört ein Dank an alle Professoren.
Nach den Prüfungen begann der Stress auszuziehen und Vorabpakete zu verschicken (Info von der Post: „Sie dürfen Pakete bis 31,5kg verschicken.“ – Als ich meinen 31,3kg schweren Koffer abgab: „Ach nee, da ist ein Fehler im System, es gehen nur Pakete bis 20 kg.“ Besten Dank!).
Und nun sitze ich in Düsseldorf, genieße die letzten Tage bei meiner lieben Familie und mit meiner Freundin und freue mich auf die Ankunft in Jerusalem (hoffentlich komme ich Samstag Nacht trotz Massendemo vom Flughafen zur Abtei mit dem Taxi).
Natürlich kommt noch der Abschied: Von meinem zweiten Zuhause im Newmanhaus musste ich schon Abschied nehmen, ebenso von den Kommilitonen und Bundesbrüdern, der Rest folgt noch...