Schon stehen wir in Deinen Toren, Jerusalem. Jerusalem, Du starke Stadt, dich gebaut und fest gefügt. (Ps 122)

Veröffentlicht auf von yerushalayimshelzahav

Schon stehen wir in Deinen Toren, Jerusalem. Jerusalem, Du starke Stadt, dich gebaut und fest gefügt. (Ps 122)

 

Nunja, in den Toren selbst habe ich noch nicht gestanden, aber ich habe sie gesehen.

Gestern Abend begann mein Trip: 2 Sicherheitskontrollen, dann Abflug ab Köln-Bonn, nach 3h 40min landete ich um 0 Uhr Ortszeit (23 Uhr Düsseldorfer Zeit) in Tel Aviv.

Beim Anflug vom Meer her sah ich die erleuchtete Stadt und dachte mit ein wenig Pathos und ein wenig theologischer Klugscheißer-Eloquenz: „Das Land unserer Väter!“ Es ist schon beeindruckend, wenn man sich klar macht, was hier alles mal passiert ist, und damit meine ich nicht nur die Geschehnisse um Jesus Christus.

Die Einreise verlief unproblematisch.

Als ich zum Taxi ging, kamen zwei Männer auf mich zu und fragten nach meinem Ziel. Ich sagte „Jerusalem.“ Und sie luden mich in ihr Taxi ein. Daraufhin machte sich der eine von beiden erstmal die Hose zu...

So genau wusste niemand, was der Taxifahrer von uns wollte. Als ich ihm mein Ziel nannte, war er erstmal überfordert, besonders mit lateinischen Schriftzeichen. Außer mir waren noch 3 andere Deutsche aus Dinslaken im Taxi, sodass wir uns über unsere Vermutungen, wo wir sind und was der Fahrer macht, austauschen konnten. Er fuhr nicht chaotischer als ich mir vorgestellt hatte. Wir fuhren auch durch das Mea Scharim-Viertel, dort, wo die orthodoxen Juden wohnen. Es war bei allem Respekt und gar nicht beleidigend gemeint ein für mich ungewohnter Anblick.

Schließlich hier angekommen im Beit Josef zeigte mir die Studienassistentin mein Zimmer. War es früher üblich gewesen, dass die Zimmer alphabetisch von unten nach oben und von der Straßen- zur Gartenseite hin vergeben wurden (d.h., ich hätte ein Zimmer im obersten Stock zur Gartenseite bekommen), ist es dieses Mal andersherum und ich habe im unteren Stock ein Zimmer zur Straßenseite (vor mir liegt ein Hochzeitslokal, Schulchan David, das bis 2.45 Uhr arabische Musik für jedermann auf dem Zion spielte) mit Blick über die Jerusalemer Neustadt (glaube ich).

Genaues weiß ich nämlich gar nicht, im Moment sind die Menschen, die ich beim Frühstück getroffen habe, in der Erlöserkirche im Gottesdienst und ich traue mich nicht alleine aus dem Haus, weil ich nicht weiß, wo ich hinkäme und wie wieder zurück, da warte ich lieber auf kundige Führung.

 

Ich lese im Moment ein Buch "Wo samstags immer Sonntag ist" über einen Studenten in Israel. Das Buch ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch informativ und spannend dadurch, dass es hier die Stadt detailliert beschreibt (danke, liebe 2. Etage!).

 

Wahrscheinlich habe ich einiges vergessen zu schreiben, aber das Wichtigste ist drin.

 

Mir geht es gut, ich habe mich erst einmal eingerichtet und harre voll Spannung der Dinge, die da kommen werden.

Die nächste Woche steht im Zeichen der Umgebungserkundung. Morgen beginnen wir mit dem Hochamt zu Mariae Himmelfahrt in der Abteikirche.

 

Wahrscheinlich komme ich nicht immer dazu, soviel so schnell zu schreiben, denn hier warten so viele Dinge auf mich.

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